Münzen aus dem Bergischen Land von 1080 bis 1809


Bergischer Löwe

Münznamen / Münzbezeichnungen im Bergischen Land
In einem Zeitraum von nahezu 800 Jahren kamen Münzen mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen im Gebiet der Grafschaft Berg bzw. in den Herzogtümern Jülich- (Kleve-) Berg in Umlauf.
In der nachstehenden Tabelle sind die Münzbezeichnungen aufgeführt, die die Münzfreunde Hilden bisher in ihren Bildteilen des Bergischen Landes nachweisen konnten.

  • Albus, (lat. "denarius albus" = Weißpfennig), seit der Mitte des 14. Jahrhunderts geprägte groschenartige Silbermünze des Niederrheins, wegen des hohen Silberanteils wurde sie auch als Weißpfennig bezeichnet.
  • Bausche(n), Kupfermünze zu 4- bzw. 12-Heller-Stücken., erste Prägungen seit 1597, 4-Heller-Stücke ab 1604.
  • Dukat(en), ("Ducatus"), 1559 zur Reichsmünze erklärt und damit Hauptgoldmünze des deutschen Reiches.
  • Denar, (lat. "denarius" = Zehner), seit der Karolingerzeit Bezeichnung für den Pfennig, die silberne Einheitsmünze.
  • Gulden / Goldgulden (lat. "Aureus" = goldener Pfennig), ab 1559 schied sich das alte deutsche Reich in die Taler- und Guldengebiete.
  • ► Postulatsgulden, Goldgulden, auf denen sich der Prägeherr als "Postulatus" (Leiter einer Diözese) bezeichnete.
  • ► Ausbeutegulden, Münze aus der Silber-Ausbeute einer bestimmten Grube, deren Herkunft im Gepräge ausdrücklich genannt ist.
  • ► Zwittergulden, Münze, bei der der Stempel der Vorseite mit dem Stempel der Rückseite einer anderen Münze gekoppelt wurde.
  • Groschen, (lat. "Denarius grossus" = dicker Pfennig), Bezeichnung für den Turnosgroschen, die deutsche Nachprägung des franz. Tournois (Turnose) in der Art böhmischer, meißnischer und anderer Groschen.
  • Heller, urspr. Pfennig der Reichsmünze zu Schwäbisch-Hall, früheste Kupfermünze Deutschlands, verdrängte nach 1300 die einheimischen Pfennige, Nominale: 2,4,8 und 12 Heller.
  • Klippe, (schwedisch = mit der Schere schneiden), Notmünze, die aus Mangel an Fachleuten bzw. Werkzeugen meist in quadratischer Form aus zu einem Blech ausgehämmerten bzw. ausgewalzten Zain geschnitten wurde, zumeist Belagerungsmünzen.
  • Kreuzer, Grundnominal verschiedener kleinerer Münzen, seit 1551 Einheit für das kleine Silbergeld, später immer geringhaltiger.
  • Lübischer, Pfennig, Mark oder Schilling im lübischen Münzsystem, sog. lübische Währung.
  • Möhrchen, Sammelbezeichnung für Kleinmünzen, die vom 15. bis zum 17. Jahrhundert im Rheinland in Umlauf waren, dunkle oder schwarze Münzen mit einem hohen Anteil an Kupfer und damit geringem Wert.
  • Pfennig, Bezeichnung für den mittelalterlichen Denar, auch Teilstück des Groschens, ab 1750 aus Kupfer.
  • ► Weißpfennig, Albus, Groschen aus Silber
  • ► Bras(s)pfennig, (niederl. "bras" = geringwertig), abwertende Bezeichnung für einen Teil-Stüber
  • ► Rechenpfennig, (lat. "calculus", franz. "jeton"), Metallmarke zum Rechnen mit dem Rechenbrett, vielfach Nachahmungen ausländischer Prägungen. Die Kupfer- oder Messingscheiben enthalten keine Wertangaben und sind somit auch keine Münzen.
  • Plack, (franz. "plaque" = dünnes Metallstück), eine breite, dünne Groschenmünze.
  • Scherf, hochdeutsche Bezeichnung für den Hälbling (ein halber Pfennig), der in älterer Zeit selten geprägt wurde und erst in der Staufenzeit häufiger ausgebracht wurde.
  • Schilling, größere Rechnungsmünze im gesamten Karolingerreich (12 Pfennige), im Rheinland auch Albus genannt.
  • Schnapphahn, (niederl. "Snaphan"), erstmals 1509, ursprünglich Silbermünze des Herzogtums Geldern (Stüber), später Nachprägungen in der Mark.
  • Stüber, Nachahmung des holländischen "Stuever", als Billonmünze in den rheinisch-westfälischen Gebieten, in Jülich, Kleve und Berg in großen Mengen geprägt, verdrängte den Albus am Niederrhein.
  • Taler, geprägte Guldengroschen, die meist geprägte Großsilbermünze der deutschen Geschichte.
  • ► Reichstaler, 1566 bekam der Taler nach einem Beschluss des Reichstages in Augsburg die Bezeichnung Reichstaler, bis Mitte des 18. Jahrhunderts als Währungsmünze bzw. Rechnungseinheit in Umlauf.
  • ► Konventionstaler, Talerprägung nach dem 20-Gulden-Fuß von 1753 (2 Gulden = 1 Taler).
  • ► Cassataler, geringhaltige Talermünze, die 1802-1807 im Wert von 21 Groschen geprägt wurde ("Bergischer Kassentaler"), zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Bergische Taler per Edikt auf 60 Stüber festgelegt, im Geldverkehr aber nur mit 57 Stübern bewertet.

Die Präsentation der Münzen erfolgt in sechs Zeitabschnitten:

1. Abschnitt: Münzen der Jahre 1080 bis 1380 der Grafschaft Berg klicken Sie hier
2. Abschnitt: Münzen der Jahre 1380 bis 1423 des Herzogtums Berg klicken Sie hier
3. Abschnitt: Münzen der Jahre 1423 bis 1521 des Herzogtums Jülich-Berg klicken Sie hier
4. Abschnitt: Münzen der Jahre 1521 bis 1614 des Herzogtums Jülich-Kleve-Berg klicken Sie hier
5. Abschnitt: Münzen der Jahre 1614 bis 1795 des Herzogtums Jülich-Berg & Pfalz-Neuburg klicken Sie hier
6. Abschnitt: Münzen der Jahre 1795 bis 1808 des (Groß-)Herzogtums Berg klicken Sie hier

 

Die Bergischen Regenten von 1080 bis 1808 und ihre Münzen

Teil 1 - Grafschaft Berg (1080 bis 1380)

  • 01 = von 1080 bis 1106 Adolf I. von Berg
  • 02 = von 1106 bis 1160 Adolf II. von Berg ("Herr vom Berge")
  • 03 = von 1160 bis 1189 Engelbert I. von Berg
  • 04 = von 1189 bis 1218 Adolf III. von Berg (keine Münzen bekannt)
  • 05 = von 1218 bis 1225 Engelbert II. von Berg ("Der Heilige")
  • 06 = von 1225 bis 1246 Heinrich IV. von Limburg (keine Münzen bekannt)
  • 07 = von 1246 bis 1259 Adolf IV. von Berg
  • 08 = von 1259 bis 1296 Adolf V. von Berg
  • 09 = von 1296 bis 1308 Wilhelm I. von Berg
  • 10 = von 1308 bis 1348 Adolf VI. von Berg
  • 11 = von 1348 bis 1360 Gerhard I. von Berg (bekannt: Doppelschilling um 1350)
  • 12 = von 1360 bis 1380 Wilhelm II. Graf von Berg

Teil 2 - Herzogtum Berg (1380 bis 1423)

  • 12 = von 1380 bis 1408 Wilhelm I. Herzog von Berg
  • 13 = von 1408 bis 1423 Adolf VII. von Berg

Teil 3 - Herzogtum Jülich-Berg (1423 bis 1521)

  • 13 = von 1423 bis 1437 Adolf VII von Jülich-Berg
  • 14 = von 1437 bis 1475 Gerhard II. von Jülich-Berg
  • 15 = von 1475 bis 1511 Wilhelm III. von Berg (Wilhelm IV. von Jülich)

Teil 4 - Herzogtum Jülich-Kleve-Berg (1521 bis 1614)

  • 16 = von 1511 bis 1539 Johann III. von Jülich-Kleve-Berg
  • 17 = von 1539 bis 1592 Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg
  • 18 = von 1592 bis 1609 Johann Wilhelm I. von Jülich-Kleve-Berg
  • 18 = von 1609 bis 1624 Possidierende Fürsten von Jülich-Kleve-Berg

Teil 5 - Herzogtümer Jülich-Berg und Pfalz-Neuburg (1614 bis 1795)

  • 19 = von 1614 bis 1653 Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg
  • 20 = von 1653 bis 1679 Philipp Wilhelm von der Pfalz
  • 21 = von 1679 bis 1716 Johann Wilhelm II. von der Pfalz ("Jan Wellem")
  • 22 = von 1716 bis 1742 Karl III. Philipp von der Pfalz
  • 23 = von 1742 bis 1799 Karl IV. Philipp Theodor von der Pfalz und Bayern

Teil 6 - (Groß-)Herzogtum Berg (1795 bis 1808)

  • 24 = von 1799 bis 1806 Maximilian IV. Joseph von Bayern
  • 25 = von 1806 bis 1806 Joachim Murat Herzog zu Berg und Jülich
  • 25 = von 1806 bis 1808 Joachim Murat Großherzog zu Berg

 

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